Statement Nanak Dev Kaur

Statement von Nanak Dev Kaur Khalsa zum Erbe von Nanak Dev Singh Khalsa

Auf welcher Grundlage betrachten sich Ada Devinderjit und Gérard Jap Nirantar*** als Nanaks Nachfolger als Ausbilder für Gongmeditation?

Als Nanaks Frau wurde ich gebeten, auch etwas aus meiner Sicht zu dem Thema Nachfolge zu sagen. Es sind zwei Dinge, die mir diesbezüglich wichtig sind, die aber zusammen gehören.

Frage: Hätten Gérard und Ada nicht noch etwas warten können mit der Ankündigung ihres Angebots? Es hat einige betroffen gemacht (was ich sehr begrüßt habe), dass bereits auf dem Yogafestival in Frankreich ein Aushang gemacht wurde. Da war Nanak Dev ja noch nicht ganz sechs Monate gegangen.

Antwort: Ich hatte Gérard und Ada gebeten, schon jetzt etwas anzubieten, weil bereits etliche angefragt haben, ob sie selbst das unterrichten könnten. Ihnen schien es, als ob es keinen offiziellen Nachfolger gäbe. Einer davon hat sogar schon eine Website und bietet es an, obwohl ich ihm sagte, dass Nanak mir drei andere als potenzielle Nachfolger nannte (Anmerkung: der Dritte lebt und lehrt bei München). Mir/uns war es auch zu schnell, aber solche Gruppendynamiken zwingen uns leider dazu, um diese Heilarbeit zu schützen.

Frage: Warum muss es denn überhaupt ein paar offizielle Nachfolger für meinen Mann geben? Warum können denn nicht alle, die das Gongspiel von ihm gelernt haben, auch unterrichten? Wir sind doch schließlich im Wassermannzeitalter und das hierarchische Lehrer-Schüler-Denken ist doch inzwischen veraltet.

Antwort: Was das Unterrichten angeht, habe ich eine andere Position. Ich empfinde es als eine Verwechslung, dass die Augenhöhe des Wassermannzeitalters gerne gleichgesetzt wird mit: „Wir alle können doch alles eh schon und sind eigentlich schon erleuchtet, wenn wir uns nur nicht selbst mit negativen Glaubenssätzen blockierten“. Diese Haltung ist m. E. auch ein Kennzeichen für das Kali Yuga (Anmerkung: Kali Yuga, aus der indischen Mythologie, Eisen-Zeitalter von Streit und Verderben): „Wenn du in einer Zeit lebst, in der die Schüler mehr Zeit damit verbringen möchten zu lehren als zu lernen, dann weißt du, du bist im Kali Yuga.“ Nanak hat das gerne zitiert!!!

Ich befürchte Folgendes: Was passiert, wenn jetzt alle möglichen Leute das Gongspiel unterrichten? Es entsteht der Eindruck, dass hier ein neuer Markt entsteht und das wird vielleicht die falschen Leute anziehen. Weil jeder, der das Gongspielen von Nanaks Schülern lernt, auch wiederum glauben wird, er könne es sofort unterrichten. Es geht dann womöglich hauptsächlich darum, Geld zu verdienen oder sein spirituelles Ego zu nähren, und nicht mehr um die Heilarbeit.

Irgendwann wird es ein Überangebot geben und um sich voneinander zu unterscheiden und Kundschaft anzulocken, muss die eigene Note betont werden oder Dinge hinzugefügt bzw. weggelassen werden. Die Gongs können dann auch aus China sein, weil sie billiger sind und sich mehr Leute das leisten können. Die Ausbildungspreise und -zeiten werden sinken, weil man sich gegenseitig unterbietet.

Leider ist es dann auch in den Köpfen nichts mehr wert, sondern nur eine weitere Welle auf dem Esoterik-Markt. Irgendwann landet das Gongspiel auf dem spirituellen Grabbeltisch, verramscht als Sonderangebot. Ich halte diese Tendenz für gefährlich. Je mehr die Preise und Ausbilder-Qualifikationen sinken, umso mehr sinkt damit auch der Respekt vor diesem machtvollen Instrument.

Und umso mehr besteht die Gefahr, durch Leichtfertigkeit und Unterschätzung Schaden bei denen anzurichten, die sich vertrauensvoll und offen in eine Gongmeditation begeben. Die Gongmeditationen geraten in Verruf und eine wertvolle Heilmöglichkeit geht der Welt verloren. Ich fände es darum schön, wenn alle die, die mein Liebster mir nicht genannt hat, aus Respekt vor ihm und seiner Einschätzung Zurückhaltung walten lassen würden.    – im Oktober 2015

  • *** Die White Sound Gongausbildung habe ich in Nanaks Nachfolge in Zusammenarbeit mit Gérard Jap Nirantar aufgebaut, und vier Jahrgänge mit ihm gemeinsam ausgebildet. Ich bin ihm sehr dankbar für alle Impulse, Erfahrungen und Inspiration, die ich mit ihm im Austausch erleben durfte. Ab Herbst 2018 unterrichte ich im beidseitigen Einvernehmen diese Ausbildung allein — Ada Devinderjit
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